Airportnesia, meine Reisekrankheit

Airportnesia, meine Reisekrankheit

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Ich leide unter Airportnesia – Flughafen-Amnesie. Keine Ahnung, ob diese Reisekrankheit schon wissenschaftlich beschrieben und erforscht ist, aber ich habe sie an mir diagnostiziert.

Wenn ich morgens oder gar nachts aufwache, weiß ich immer, wo ich bin und in welchem Bett ich gerade liege. Anders auf Flughäfen. Sobald ich sie betrete, scheine ich jeden Gedanken daran, woher ich komme oder wohin ich reise, abzulegen. Bereits beim Check-In schalte ich auf Automatik. Dann Sicherheitskontrolle, Buchladen, Gate, Sitzplatz, WLAN. Im versunkenen Zeitrumbringen zählt nur noch das Hier und Jetzt.

Wenn mir bewusst wird, dass ich die banale Fragen „Wo bin ich und was tue ich hier?“ nicht beantworten kann, hilft im Normalfall auch nicht der Blick aus dem Fenster: Flugzeuge, Runway, Berge – keine Ahnung. Es ist dann, als würde ich auszoomen, rückwärts gehen: Wie sieht der Flughafen von außen aus? Wie bin ich hierher gekommen? Von wo bin ich angereist? Sobald ich diesen Anker habe, weiß ich auch wieder, wo ich eigentlich hin will.

Ich fürchte, das passiert mir inzwischen bei fast jedem Flug und es erstaunt und amüsiert mich immer wieder, dass ich mich so in meiner Reiseroutine verliere. Sollte ich so eines Tages mal einen Flug vertrödeln, obwohl ich bereits am richtigen Gate sitze, würde es mich nicht überraschen.

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