Eure Fragen zu meiner Weltreise, Teil I

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„Weißt du, du musst auch mal im Blog erwähnen, wie du das so machst“, schrieb mir einer meiner Lieblings-Ex-Kollegen und brachte mich damit auf diese Idee. Da so etwas außer ihn bestimmt noch mehr LeserInnen interessiert, erzähle ich das doch gerne. Praktischer Weise hat er mir auch gleich eine Handvoll buntgemischter Fragen geschickt, mit denen ich anfange. Habt ihr auch Fragen an mich und zu meiner Reise? Dann stellt sie mir doch einfach.

Wie viele Klamotten muss man mitnehmen für eine Weltreise? Ich denke so an meine Koffer für zwei Wochen Urlaub …

So wenig wie nur irgend möglich. Dafür sollte man früh genug mit dem Packen anfangen und das Gepäck mehrmals reduzieren. Alles, was man nur für den Fall, dass … braucht, bleibt zuhause. Fünf T-Shirts sind mindestens eins zu viel und mit fünf Unterhosen komme ich gut aus. Unterwegs kann man immer waschen!

Grundsätzlich finde ich Koffer ganz unpraktisch! Ich liebe die Freiheit und die Unabhängigkeit, die mir mein Rucksack gibt. Er ermöglicht mir beispielsweise, bei Verhandlungen über den Taxi- oder TukTuk-Preis einfach mal überzeugend losgehen zu können, um meinem Argument Nachdruck zu verleihen. Mit Rollköfferchen auf den Rumpelpisten hier ist man abhängig und leichte Beute für absurde Preisforderungen. Und ernsthaft: Wer möchte schon einen Rollkoffer durch den Matsch oder über Schotterstraßen ziehen müssen?

In meinem Rucksack sind verhältnismäßig viele Klamotten, weil ich verschiedene Klimazonen bereise. Alle habe ich bereits getragen. Und mein Medipack ist aus gegebenem Anlass auch größer als bei anderen Reisenden. Den restlichen Platz füllen meine Wanderschuhe, die mir wichtig sind. Wenn es euch im Detail interessiert, kann ich gerne mal meine Packliste raussuchen.

Kommst du überall mit Englisch weiter oder hast du ein Zeigewörterbuch?

Beides. Ich versuche es hartnäckig mit Englisch, oft kombiniert mit wildem Rumgestikulieren. Schon in Nepal haben mir die Kinder im Kinderhaus gesagt, wie lustig sie meine Gestik und Mimik finden, wenn ich etwas klarmachen möchte. Ich weiß, dass das nicht Teil der asiatischen Kultur ist, aber ich komme damit in Kombination mit Ruhebewahren bisher gut durch. Das Zeigewörterbuch habe ich zwar immer dabei und es gibt mir Sicherheit, aber bisher war es erst ein paar wenige Mal im Einsatz.

Kannst du mit dem deutschen Pass überall hin oder brauchst du Visa?

Der deutsche Pass ist aktuell der beste Pass der Welt und öffnet die meisten Türen (wie ich schon einmal erwähnte). In vielen Ländern bekomme ich das Visa einfach bei Einreise. Vorab-Visa sind selten, aber unkomplizierter als ich mir das früher gedacht habe.

Hast du dir was beiseite gespart?

Ja, ich habe schon immer „für später“ gespart. Neulich habe ich beschlossen, dass jetzt einfach mal später ist.

Und wie machst du das mit den Steuern?

Da ich kein Einkommen habe, zahle ich auch keine Steuern. Und für meine Steuererklärung fürs letzte Jahr habe ich netterweise eine großzügige Sonderfrist bekommen.

Hast du keine Angst, dass deine Rentenbeitragsjahre darunter leiden?

Nö, Angst habe ich keine. Ich habe vorab mit der Rentenkasse gesprochen und weiß daher genau, wie viel monatliche Rente mich diese Auszeit kostet. Ich hätte diese Lücke mit einer Sonderzahlung schließen können, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Wollte ich nicht.

Hast du als Frau nicht erst recht Angst, dass dir was passiert?

Nein, habe ich nicht. Ich glaube, dass Frauen und Männer auf solchen Reisen ganz unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt sind, aber grundsätzlich gleich sicher oder gefährdet reisen. Männer rufen beispielsweise eher Aggressionen hervor und als Frau bleibe ich bei soetwas wie einer Kneipenschlägereien eher unter dem Radar. Niemand will sich im Normalfall mit mir messen, höchstens an meiner Körpergröße für Fotos. Einer Frau wird eher geholfen und in vielen Gesellschaften wird sie durch ein unsichtbares Frauennetzwerk beschützt. Aber natürlich gibt es auch Gefahren, die speziell auf Frauen warten, keine Frage. Und vor manchen Dingen kann man sich nicht schützen. Ich versuche grundsätzlich vorsichtig zu sein, habe aber keine Angst.

Musst du in jedem Land eine Handykarte kaufen oder gehst du ins Internetcafé?

Internetcafés sind so 2000er. Ich habe schon ewig keins mehr betreten. In den afrikanischen Ländern und in Nepal war es etwas schwierig, aber in Südostasien ist WLAN sehr verbreitet. Man kann sich in fast jeder Kneipe oder auch am Nudelstand auf der Straße einloggen. Die Hotels haben sowieso fast alle WLAN – in unterschiedlicher Qualität. Trotzdem hatte ich in vielen Ländern bisher auch eine regionale SIM-Karte; erst mehr so aus Spaß und dann habe ich neulich einen (Sicherheits-)Einlauf bekommen und hab sie ab jetzt auch aus Überzeugung. 

Hast du Heimweh?

Nein, aber meine Familie und meine Freunde fehlen mir. Und ich habe eine merkwürdige Sehnsucht danach, ein Zuhause zu haben, anzukommen. Reden wir noch mal drüber, wenn es wieder soweit ist. Wahrscheinlich ist es einfach immer genau das, was man gerade nicht hat.

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