Expeditionen ins Krankenhaus

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Auf meiner großen Reise ist auch das passiert, wovor ich mich insgeheim immer gegruselt habe: Ich bin krank geworden. Und das nicht nur einmal: Erkältungen, Entzündungen, geplatzte Trommelfelle, Magenverstimmungen – zum Glück bisher alles nichts Ernstes. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

In den meisten Fällen habe ich mich aus meiner Reiseapotheke selbst therapiert und mir von Medizinern meines Vertrauens Ferndiagnosen stellen lassen; Bei anderem musste ich die Profis vor Ort hinzuziehen. Innerhalb von einem Monat war ich in Südostasien dann tatsächlich wegen verschiedener Ereignisse in sage und schreibe vier verschiedenen Krankenstationen. Da hatte ich echt einen Run. Erstaunlicher Weise waren das trotz der Umstände erfreuliche Erfahrungen.

Die Krankenhäuser und -stationen, die ich kennenlernte und die man im Ausland statt eines Hausarztes ganz normal aufsucht, waren alle sehr sauber, modern und hell. Die Ärztinnen und Ärzte sowie die Krankenschwestern und -brüder sprachen sehr gut Englisch. Sie erklärten mir ihre Dignosen genau (bzw. bestätigten meine Selbstdiagnosen*) und wie ich die Medikamente zu nehmen hätte, die ich bekommen würde. Diese erhielt ich dann ordentlich beschriftet in der perfekten Menge sofort vor Ort mit einer Bescheinigung für meine Versicherung. Fertig. Wie kompliziert oder einfach läuft so ein Arztbesuch wohl für Touristen in Deutschland ab?

Jede Krankenstation hatte zudem einen kostenlosen Fahrdienst, den ich aber nie in Anspruch nahm, und es gab stets Getränke zum Selbstbedienen. Ich musste auch ohne Termin und Notfall nie lange warten (und damit meine ich, dass sie sich nach 20 Minuten Warten ausführlich bei mir entschuldigt haben). All das ist weit mehr als man von einigen Krankenhäusern in Deutschland sagen kann, die ich letztes Jahr kennenlernten musste.

Yo. Mir ist klar, dass ich da nicht in Feld-Wald-und-Wiesenkrankenstationen gelandet bin, sondern am oberen Ende der Krankenhausskala. Ich habe mich extra vorher schlau gemacht und in einem Fall sogar dafür ein Touristenzentrum angesteuert. Außerdem hatte ich das Glück, in Thailand und Indonesien zum Arzt zu müssen und nicht in Myanmar oder in den Bergen von Laos. Meine Erlebnisse spiegeln natürlich auch nicht die Versorgung der durchschnittlichen Bevölkerung wider. Auch bin ich froh, dass ich nur Allerweltsproblemchen hatte, aber das ist wieder ein anderes Thema. Alles, was ich sagen will, ist: Es war für mich mal wieder alles nur viertel so furchtbar, wie ich mir das theoretisch hatte vorstellen können. Angst vorm Krankwerden zählt also nicht als Grund, nicht auf Reisen zu gehen.

Tatsächlich war es auch sehr interessant, denn in den besagten Kulturen wird erwartet, dass man als Frau ein ganz anderes Verhältnis zu seinem Körper hat als bei uns. So wurde mein Körper mit bereitgestellten Tüchern, Spezialhosen und -blusen bestmöglich verhüllt, damit ich bei der Untersuchung nicht zu viel preisgeben musste und auch die männlichen Ärzte verhielten sich ungewohnt. So achteten sie stets darauf, dass eine Krankenschwester bei der Untersuchung anwesend war und fragten um Erlaubnis, bevor sie mich bei der Untersuchung auch nur am Arm berührten. Die weiblichen Ärzte (jaha, die gibt es) waren etwas entspannter.

Trotz dieser positiven und interessanten Erfahrungen habe ich keinerlei Interesse daran, meine Feldforschung auf einem weiteren Kontinent fortzusetzen. Jetzt ist es nämlich mal echt gut mit dieser Art der Abenteuer.

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* Na, Dr. Lieblingsärztin, freuen Sie sich schon drauf, bald wieder so eine kompetente Patientin mit Auslandserfahrung zurückzubekommen 😉 ?

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