Wöhler-Denkmal mit Besen in Göttingen

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Heute war einer dieser melancholischen Tage, die ich erwartet hatte. Schließlich kenne ich inzwischen meine inneren Reise-Pappenheimer. Gestern Abend hatte ich viele Stunden lachend, essend und rätselnd mit den besten Freunden verbracht und dementsprechend wenig Zeit schlafend im Bett. 

Die letzten Impfungen und ein Check-Up ließen mich heute viel zu früh aufstehen. Bei meiner Lieblingsärztin plauderte ich dann vergnügt mit den Helferinnen. Auch die Apothekerin wenig später war furchtbar nett und erzählte mir von ihrer letzten Afrikareise. Sogar die Verkäuferin im Drogeriemarkt kramte für mich im Lager herum, damit ich einen weiteren Punkt auf meiner To-do-Liste abhaken konnte.

Die Wintersonne schien vom klaren Himmel und Göttingen leuchtete, als ich durch die vertrauten Gassen der Stadt spazierte. Dabei stellte ich amüsiert fest, dass Herr Wöhler auf seinem Sockel seit Neuestem mit einem Besen ausgestattet ist. Am Wall traf ich endlich einmal wieder ein paar muntere Buchfinken und ließ mich eine Weile von ihnen unterhalten. In meinem Viertel entdeckte ich, dass im Garten vorne an der Ecke eine Marionette im Baum hängt und die Nachbarin gegenüber eine rosa Schweinchen-Gießkanne hat. 

Zuhause kochte ich mir mit dem letzten Beutel meinen Lieblingstee und trank ihn mit der besten Aussicht der Stadt. Dabei lächelte ich über die Frage, die mir den ganzen Vormittag im Nacken gesessen hatte: Warum will ich noch mal unbedingt auf diese Reise gehen? Hier ist’s doch auch schön.

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