Ecuador: Regentage im Regenwald

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Man hätte es sich denken können: In einem Regenwald regnet es ab und zu. In diesem Fall began der Regen irgendwann in der ersten Nacht, auf das Dach zu klopfen und war dabei lauter als die Musik, die vom anderen Ufer des nahen Flusses herüberschallte. Als ich morgens aufwachte, regnete es noch immer. Während des großzügen Frühstücks auf der Restaurant-Terrasse rauschte das Wasser auf dem Überdach mit dem des Flusses um die Wette und ich stellte mich auf einen gemütlichen Regentag ein.

Wenn ich mir ein Paradies für einen Regentag hätte ausdenken müssen, dann wäre es dieses kleine Hotel am Rande des ecuadorianischen Regenwaldes gewesen: der üppige Garten, das Rauschen des nahen Flusses, die Aras, Kolibris und anderen namenlosen bunten Vögel, die uns in den Bäumen vor dem Balkon, auf dem wir saßen, besuchen kamen und sich auch nicht sehr am Regen störten. So vertrödelten wir unseren ersten Regentag, lasen, sahen Fotos durch und lauschtem dem Regen, der ständig seine Tonlage wechselte.

Irgendwann am frühen Nachmittag, als ich darüber sinnierte, ob ich mich aufmachen sollte, um auf der anderen Flussseite etwas Essbares aufzutreiben, kam eine Mitarbeiterin des Hotels mit einem Tablett voller Kekse, Tee und Bananen in unser Idyll. Perfekt. Und als dann noch der Regen am späten Nachmittag weniger wurde und wir zum Abendessen in den Ort laufen konnten, ohne durchweicht zu werden, waren wir voller Vorfreude auf den nächsten Tag, an dem wir eine Wanderung unternehmen wollten.

Doch schon in der Nacht hörte ich, wie der Regen wieder stärker wurde. Und diesmal machte er gar keine Pause. So bekamen wir noch einen weiteren gemütlichen Ausruhtag geschenkt, an dem die Wege rund um unser Paradies unter Wasser standen. Am Nachmittag zogen wir doch noch einmal in Sandalen und Regenjacken los, um bei einem kleinen Spaziergang mehr von der grünen Welt um uns herum zu sehen und dem Lagerkoller ein Schnippchen zu schlagen. Schön ist es im Regenwald, auch wenn er seinem Namen wirklich alle Ehre gemacht hat.

PS: Unnötig zu erwähnen, dass der Regenwald uns bei unserer Weiterreise am nächsten Mittag natürlich mit strahlendstem Sonnenschein verabschiedete.

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