Roadtrip: das Leben auf den Straßen Afrikas

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Auf meiner Tour im südlichen Afrika bin ich mit einer Gruppe in einem Bus unterwegs, der aber nicht Bus genannt werden darf. Da wir viel Zeit unterwegs verbringen, hier ein kleiner Einblick in unseren Reisealltag auf den Straßen Afrikas:

Lando

Unser Bus ist kein Bus, sondern der Lando. Er bietet Platz für bis 24 Reisende, einen CEO (chief experience officer), einen Fahrer und unseren Kram. An ganz schlimmen Regentagen dient der Lando auch mal zeltunwilligen Abenteurern als Schlafplatz. So richtig gemütlich ist das aber wahrscheinlich nicht, denn er ist meistens voller Sand, nasser Klamotten und verloren gegangenem Kram.

Jeder Platz hat einen USB-Anschluss, über den wir während der Fahrt unsere Geräte laden können. Das Tollste sind die oberen schmalen Fenster, die man im Stand ganz aufklappen und so prima Fotos machen kann. Außerdem sind hinten zwei große Kühlboxen, die eine meistens voller Bier, die andere voller Frühstück und Abendessen. Unten in den Gepäckfächern sind nach einem ausgeklügelten System unsere Zelte, Stühle und Küchenutensilien verstaut. Die Matratzen sind auf das Dach geschnallt.

Wie das so üblich ist, gibt es eine Verliererreihe, bei der die USB-Steckdose kaputt ist, einen rausgebrochenen Sitz (neben dem ich gerne sitze, um Beinfreiheit zu haben) und zwei Fenster, durch die es reinregnet. Ansonsten ist der Lando aber ganz passabel.

Bushy bushy

Das Leben auf der Straße fordert Opfer. Eins der ersten Opfer war der gesicherte Zugang zu Toiletten mit Spülung und Klopapier. Neben mehr oder weniger öffentlichen Toiletten, die laut CEO meist eher „comme si, comme ça“ sind, gibt es bushy bushy. Und das bedeutet: Halt auf freier Strecke und dann „ladies to the right, gentlemen to the left“. Bei den Ladies gibt es dabei immer viel zu lachen. Neben bushy bushy gibt es noch djiggy djiggy. Aber da reden wir wohl besser erst drüber, wenn es soweit ist. Hoffentlich nie.

Buspicknick

Im Normalfall haben wir es immer irgendwie eilig und sind nach irgendeinem Zeitplan zu spät. An uns Abenteurern liegt das aber meistens nicht. Trotzdem gibt es unseren Lunch oft im Bus. Das Highlight war einmal Reissalat mit Thunfisch. Ansonsten erfreuen wir uns an Sandwichs, Fertigpizza oder Pommes-mit-Hähnchen-Take-Away, deren leere Verpackungen ihren Beitrag zum Mikroklima des Landos leisten.

Happy days

Am Ende jeder Ansage und auch sonst ständig sagt unser CEO gerne: „happy days“, manchmal auch in Kombination mit „hakuna matata“. Das ist so ansteckend, dass wir Abenteurer das inzwischen auch ständig sagen; in ganz extremen, gut dokumentierten Fällen sogar als erste Reaktion nach dem Bounce beim Bungee springen: „HAPPY DAYS!“

Verkehrskontrollen

Auch wenn wir in den anderen Ländern Südafrikas manchmal von der Polizei angehalten wurden, war es nie so schlimm wie in Simbabwe. Hier gibt es alle paar Kilometer eine Kontrolle, an der wir anhalten. Wenn wir Glück haben, werden wir einfach weitergewunken. Wenn nicht, diskutiert das unser Fahrer lautstark mit den Polizisten aus und muss im Zweifel eine Strafzahlung für eine fiktive Ordnungswidrigkeit zahlen, bevor wir weiterfahren dürfen.

Straßen

Die von uns befahrenen Straßen sind meist geteert, ein bisschen holprig, aber wir wollen nicht klagen. Im südlichen Afrika fährt man auf der linken Straßenseite. Die Straßen führen durch schöne Landschaften und immer mal wieder durch Riesenpfützen. Häufig werden sie von diversen Lebewesen bevölkert, denen es auszuweichen gilt. Zu den häufigsten Straßen(rand)bewohnern gehören Kühe, Ziegen, Esel und auch mal ein Elefant. Hakuna Matata.

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Das Titelbild wurde freundlicher Weise gestiftet von Michèle Bächtold. Verbindlichsten Dank!