Meine Tipps für Alleinreisende

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Seit ich wieder in Deutschland bin, wurde ich schon mehrfach von angehenden Solo-Reisenden (und ihren besorgten Eltern) nach meinen Tipps und Erfahrungen gefragt. Das Wichtigste, was ich diesen zukünftigen Weltentdecker*innen sage, ist: Menschen sind viel netter und die Welt ist viel sicherer, als die meisten befürchten oder als es uns die Nachrichten glauben lassen wollen.

Dann atme ich tief durch und hab noch viel mehr zu sagen:

  • Hab keine Angst vor der Welt.
  • Geh einfach mal los, der Rest ergibt sich.
  • Planlos ist okay und macht Platz für Wunder.
  • Wenn man alleine unterwegs ist, begegnen die Menschen einem viel offener, fürsorglicher und freundlicher, weil man selbst auch offener ist.
  • Es gibt so ein geheimes Frauennetz weltweit, zu dem frau nur alleine Zugang hat.
  • Man sieht alleine viel mehr und ganz anderes, als wenn man zu zweit unterwegs ist.
  • Für Ideen jenseits des Standardprogramms kann es sich lohnen, normale Menschen einfach zu fragen, was sie in ihrer Freizeit so machen, wo sie wohnen oder wo sie einkaufen.
  • Nutze eine gute Offline-Karten-App und möglichst eine lokale Taxi-App (feste Preise und die mühsamen Zielerklärungen entfallen).
  • Lerne handeln, um nicht unnötig abgezockt zu werden.
  • Lerne trotz aller Offenheit, bei Bedarf taff und unabhängig aufzutreten (ohne ein Arsch zu sein). Dabei hilft es sehr, nur mit einem Rucksack unterwegs zu sein.
  • In Turnschuhen, langen Hosen und T-Shirts ohne Ausschnitt ist man außerhalb von Ferienresorts weltweit am besten angezogen, u.a. weil man damit keine kulturellen Gefühle verletzt.

Sicherheit unterwegs

Während meiner großen Reise habe ich tatsächlich zweimal andere Reisende getroffen, die komplett ausgeraubt worden waren und die in Unterhose und mit einer Mülltüte, in der sie ein paar ihrer Habseligkeiten vom Straßenrand wieder eingesammelt hatten, durch die Stadt irrten. Das war in Phnom Phen, Kambodscha. Die Ausgeraubten waren in beiden Fällen männliche Amerikaner. Das heißt aber nicht, dass europäische Frauen automatisch sicher sind, weil wir anders aussehen und uns anders verhalten, aber ich bin davon überzeugt, dass Frauen nicht so viele Aggression hervorrufen und die Hemmschwelle größer ist, uns zu überfallen.

Ich hatte unterwegs nie Angst (wie ich hier bereits erzählt habe). Ich habe allerdings auch nichts provoziert, mich entsprechend umsichtig verhalten und regelmäßig Vorsichtsmaßnahmen getroffen, ohne dabei paranoid zu werden.

Meine Sicherheitstipps:

  • Wähle Unterkünfte mit Bedacht.
  • Meide Hostelhöllen.
  • Trink keinen Alkohol und nimm keine Drogen.
  • Trage Kamera, Geld, Handy nie offen.
  • Hol den Tagesrucksack in unübersichtlichen Situationen nach vorne. Lass die Hand auf der Umhängetasche.
  • Splitte Geld und Kreditkarten und trage einen Teil am Körper.
  • Mach keine Idioten-Selfies, bei denen das Handy weggeschnappt werden kann.
  • Behalte beim Busfahren das Gepäck oder zumindest den Zugang dazu bis zum Losfahren und bei allen Aus- und Einladestopps im Auge.
  • Auf Motorrad-Taxen, in TukTuks und anderen offenen Fahrzeugen schnall den Rucksack mit dem Bauchgurt immer irgendwo fest, damit er nicht während der Fahrt weggerissen werden kann.
  • Schaue mögliche Route zum nächsten Ziel vorher an und pass unterwegs auf, dass die Richtung stimmt und der Fahrer auf „normalen“ Straßen bleibt.
  • Suche die Fahrer immer selbst. Brich Verhandlungen ab, wenn du kein gutes Gefühl hast. Nimm nie die Fahrer, die dich ansprechen. Die Charmantesten sind nicht zwangsläufig die Besten und Zuverlässigsten. Die Fahrer, die kein Englisch sprechen, sind meiner Erfahrung nach nicht so abgebrüht und meistens fairer.

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All diese wunderbaren Ratschlägen haben die Betroffenen hoffentlich bald wieder vergessen, um bei ihren Solo-Abenteuern eigene Erfahrungen zu machen. Das sind nämlich die allerbesten!

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