Mein erster Weltreiseabend: ein Abenteuerbericht

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Dass es voll werden würde, hatte ich spätestens geahnt, als ich vier Tage vor meinem ersten Weltreiseabend in Korbach erfuhr, wer die letzten beiden Tickets im Vorverkauf ergattert hatte. Dass aber bereits über eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung Zuschauer*innen da sein würden, hätte ich mir nicht träumen lassen. „Da kennst du aber die Korbacher schlecht“, wurde mir augenzwinkernd attestiert. Und ja: Das stimmt inzwischen wohl.

Wir hatten am Anfang der Planung dieses Abends zugunsten des Fördervereins der Nikolaikirche Korbach e. V. Witze gemacht, dass ich bestimmt die eine Hälfte der Anwesenden kennen und mit den anderen 3 verwandt sein würde. Aber ich kannte deutlich weniger als 50 % der weit über 100 Zuschauer*innen. Und trotzdem war ihr allmähliches Eintreffen ein großes Hallo für mich, freute ich mich doch besonders über jedes mir bekannte Gesicht.

Als ich dann mit Pfarrer Steffen Blum vorne stand und wir gemeinsam in meinen Abenteuervortrag einleiteten, spürte ich eine freundliche Woge der mir wohlgesonnenen Menschenmenge zu uns nach vorne schwappen. Und: Die Zuschauer*innen lachten. Dass das passieren könnte, hatte ich mir vorher nicht überlegt. Aber auf dieser Welle konnte ich prima surfen. Und das tat ich dann auch.

Ich erzählte von meiner Abreise aus Deutschland, meiner ersten Safari in Botsuana und meiner Nacht im Okavangodelta. Ich spürte, wie die Menschen meinen Geschichten zuhörten, mitgingen, reagierten. Und dann kam die erste Feuerprobe für uns: Ich erzählte von meinem Spaziergang mit dem Nashornbullen in Simbabwe und dem verzweifelten Kampf der Ranger gegen das Abschlachten dieser Tiere. Auch dieser Geschichte lauschte das Publikum interessiert. Spätestens ab da war alles ganz leicht.

Ich erzählte von meiner abenteuerlichen Anreise ins Kinderhaus in Nepal und den freundlichen Menschen in Myanmar. Ich erzählte von meinem Motorradabenteuer in den Bergen von Laos und wie der Vietnamkrieg auch über 40 Jahre später noch immer Menschen tötet.

In der Pause hatten wir dann alle Gelegenheit zum Durchatmen, war es doch inzwischen warm und stickig im Raum geworden. Und es gab Gelegenheit zum Essen. Engagierte Helferinnen hatten im Foyer ein wunderbares Buffet zusammengetragen. Ich habe es hinterher auf Fotos bewundert, denn nach einer Stunde rumflitzen und einer Stunde stehen war ich dankbar, sitzen zu können. Auch wenn ich das nicht sehr ausführlich tat, denn es gab so viele Fragen zu beantworten und Menschen zum Plaudern.

Satt und zufrieden starteten wir in den zweiten Teil meiner Reise. Die Zuschauer*innen begleiteten mich auf meinen Ausflug zu den Orang-Utans in den Dschungel Borneos und anschließend auf einen thematischen Abstecher zur Lebensraumvernichtung und dem Müllproblem dieses Planeten. Dann gingen wir endlich mit den Buckelwalen vor Tonga schwimmen. Anschließend reisten wir weiter nach Südamerika und in die chilenische Atacamawüste. Ich erzählte von meiner Zeit im Heiligen Tal der Inkas in Peru und meiner Faszination für diese alte Kultur. Vom Gipfel des ecuadorianischen Chimborazos aus ließ ich die Reise noch einmal kurz Revue passieren; schon waren wir wieder zurück in Deutschland im Hier und Jetzt und das Licht im Saal ging an.

Es war kein Friede-Freude-Eierkuchen-Traumschiff-Vortragsabend, kein begleiteter Selbstfindungstrip. Mit meinen thematischen Abstechern wie dem Vietnamkrieg, dem aktuellen Völkermord an den Rohingya, Plastikverseuchung und Umweltzerstörung habe ich meinem Publikum einiges zugemutet, besonders weil die Meisten vielleicht nur ein paar Urlaubsfotos mit ein paar netten Anekdoten erwartet hatten. Über die vielen interessierten, guten Fragen im Anschluss habe ich mich daher sehr gefreut (auch wenn ich die nach dem Typ der Eisenbahn in Myanmar spontan leider nicht beantworten konnte).

Aber auch die erwarteten Weltreisefotos gab es natürlich an diesem Abend in Korbach zu sehen. Ich hoffe, ich habe gezeigt, was für ein großartiger, freundlicher Ort unsere Erde ist – und dass wir alle Verantwortung dafür tragen, dass es auch so bleibt.

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