Myanmar: Abreisegedanken

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Das goldene Land hat seinem Namen alle Ehre gemacht! Der Prunk und der Glanz von Myanmar scheinen durch die Jahrhunderte und sind faszinierend schön, ohne mich je erschlagen zu haben.

Nach meinem Urlaub in Afrika und der Familienzeit in Nepal habe ich erst hier angefangen zu reisen, mich von meinem Alltag zu trennen. Ab jetzt ist es kein Urlaub mehr. Besonders deutlich wird das, wenn ich mit anderen Reisenden spreche, die bald wieder nach Hause fliegen. Dieser Gedanke ist für mich sehr weit weg.

Es kam mir so vor, als müsste ich mich hier in meine neue Rolle als Tourist erst einfinden. Ich habe mir oft gewünscht, hier Fragen stellen zu können, Antworten zu bekommen, aber die Sprachbarriere war bei Fragen jenseits von Essenbestellung und Reiseformalitäten schwer zu überwinden. Ich hatte das Gefühl, an die Menschen und das Leben hier nicht richtig ranzukommen, Beobachter zu bleiben, fern zu sein. Daran muss ich mich wohl gewöhnen. Und schließlich war ich hier genau das: ein Tourist.

Erst in Mandalay habe ich mich länger mit einem Myanmarer unterhalten, der mir erzählte, dass es zwischen Yangon und Mandalay eine alte Konkurrenz gibt und der von vor und nach der „Militärära“ sprach, wenn er Veränderungen zeitlich einordnen wollte. So kam mir das Land und seine Bewohner endlich ein bisschen näher.

Wie ich schon vermutete, hat mir Montezumas Rache die Leichtigkeit genommen. Die nächste Mahlzeit blieb eine anstrengende Herausforderung, der ich mich am Ende sogar mit Hilfe von TripAdvisor widmete, um dann im entsprechenden Restaurant doch wieder gebratenes Gemüse zu bestellen. Ich hoffe sehr, dass das bald wieder besser wird und ich mich kulinarisch entspanne.

Ich nehme die Erinnerung an sehr freundliche Menschen mit, an ein wunderschönes Land und an all die Wunder, die ich hier schon sehen und erleben durfte. Die Tatsache, dass zurzeit im Norden des Landes eine Minderheit brutal und rücksichtslos verfolgt wird, passt schwer zu meinen Begegnungen mit den Menschen hier und in mein glänzendes Touristenbild.