Post von Juan Carlos

Eingetragen bei: Amerika, Ecuador | 2

Als wir eines schönen Abends im Regen in unsere Regenwaldlodge zurückkehrten, sprach uns ein Mitarbeiter des Hotels an: ob wir die Gäste aus Zimmer 6 seien. Juan Carlos sei für uns dort gewesen, um mit uns zu reden, aber er hätte nicht länger warten können, habe einen Brief für uns hinterlassen und bitte um unseren Rückruf. Das verwirrte uns etwas und wir fürchteten schon, etwas falsch vestanden zu haben, aber an unserer Zimmertür fanden wir tatsächlich einen zusammengefalteten Zettel. Es dauerte eine Weile, bis wir den kritzeligen Brief halbwegs entziffert und übersetzt hatten:

„Hallo, guten Tag,
ing ian
Ich bin Juan Carlos
regionaler Fremdenführer
bitte rufen Sie mich an
01234567890
Ich möchte mit Ihnen in Dialog treten.
Gnade“

Danach verbrachten wir ungefähr noch einmal die doppelte Zeit damit, uns vorzustellen, was Juan Carlos wohl von uns wollen könnte, wie unser spanisches Telefonat ablaufen könnte und ob es dabei reichen würde, wenn wir immer mal „holá“ und „hombre“ einwerfen würden. Wir riefen uns in Erinnerung was „bitte langsam, ich verstehe das nicht“ heißt und kicherten viel.

Beim Abendessen fragten wir herum, ob ein Mitarbeiter der Lodge Juan Carlos kennen könnte und eine Vermutung hätte, warum wir ihn wohl anrufen sollen. Fehlanzeige. Bis wir an den Chef gerieten. Der kannte Juan Carlos zwar auch nicht, rief ihn aber kurzentschlossen für uns an und fragte nach. Damit war der Spaß leider vorbei. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Brief gar nicht für uns gewesen war und Juan Carlos nicht uns gemeint hatte, sondern Ingenieur Ian, der bei ihm für den folgenden Tag eine Tour gebucht hatte. Manchmal ist die Wahrheit so langweilig.

2 Responses

  1. Nicki

    Spannend,daß man meist erstmal rumrätselt,überlegt und alle möglichen Leute fragt,statt einfach anzurufen. N’est-ce pas? 😉

    • die abenteuerliche

      Pöh, sofort da anzurufen wäre aber echt langweilig gewesen 😉