Der Geschmack von Heimat in der Ferne

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Früher habe ich es ja ein bisschen belächelt, wenn Deutsche im Ausland dringend Schnitzel oder Spaghetti essen müssen, statt die lokale Küche zu probieren. Was die alles verpassen, hab ich gedacht. Langeweiler. Und dann hat es mich auch erwischt. In Vientiane, nach fünf Monaten unterwegs, gingen wir an einer echten Pizzeria vorbei – und die Pizzen sahen so großartig aus. Und dufteten so köstlich! Ab da war ich kompromisslos: Es musste diese Pizza sein! Kein Reis, kein gedünstetes Gemüse, kein Schnipselfleisch und bloß keine Asia-Nudeln.

Fast ehrfürchtig setzte ich mich auf den Holzstuhl am Holztisch mit der karrierten Stofftischdecke. Andächtig wählte ich mir eine Pizza aus und bestellte: Gemüse und extra viel Käse. Als der Kellner dann Besteck brachte, starrte ich die Messer an. Echte Messer!!! Und als die Pizza vor mir stand – hauchdünner Boden, knuspriger Rand und der Käse! – und dann auch noch schmeckte, hab ich fast geheult vor Glück.

Seitdem habe ich öfters mal Burger und Pommes essen müssen, nein: wollen. Und neulich in Bangkok sogar deutsche Würstchen mit Kartoffelsalat und Äppelwoi. Und später ein himmlisches schweizer Käsefondue. Und Sushi, wie zu Hause beim Spieleabend. Wer hätte gedacht, dass Essen so glücklich machen kann?

2 Responses

  1. Nicki

    Ich, ich, ich! hätte das gedacht. =) Warum sonst immer diese Fotos? 😉
    Eigentlich weiß man das doch schon, wenn man in den USA eine Weile auf Vollkornbrot verzichtet hat…

    • die abenteuerliche

      Pssst, hör mir bloß auf mit Vollkornbrot. Oder Brötchen. Oder Käse …