Der Zauber von Bagan

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Meine Tage in Bagan hatte ich absichtlich an das Ende meiner Zeit in Myanmar gelegt, denn ich freute mich sehr auf diesen sagenumwobenen Ort und fürchtete, dass alles danach Folgende es schwer haben würde. Und Bagan hat meine Erwartungen noch einmal übertroffen!

Bagan ist ein gut 40 Quadratkilometer großes Gebiet, in dem über 2.000 alte Pagoden und Tempel in ganz unterschiedlichen Stadien des Verfalls stehen. Einige sind nur noch Ruinen oder Steinhaufen, andere werden noch aktiv von Gläubigen genutzt und in Stand gehalten. Manche der großen bekannten Pagoden sind von dem letzten Erdbeben gezeichnet und zurzeit nicht zu betreten. Aber es gibt so viele weitere, alle ganz unterschiedliche Pagoden zu bewundern und zu bestaunen.

Es gibt ganz kleine und gigantisch große Pagoden und welche mit rot-golenen Dächern.

Es gibt Pagoden, die mit wunderschönen Wandmalereien geschmückt sind.

Es gibt goldene, weiße und von außen bunt bemalte Pagoden.

Es gibt überlaufene Pagoden und welche, die an für sich ganz alleine hat.

Es gibt Pagoden, die man über schmale, steile Stiegen von innen besteigen kann, welche, auf die Treppenstufen außen hinaufführen und andere, die man nur von unten bewundern kann.

Früher standen einmal Holzhäuser zwischen den Pagoden und Bagan muss eine reiche, florierende Stadt gewesen sein, aber die Häuser sind verschwunden, nur noch die Pagoden zeugen vom Glanz und dem Reichtum dieser alten Stadt. Zwischen den Mauern findet man noch immer jede Menge ganz normales Leben.

Ich wurde es tagelang nicht müde, zwischen die Pagoden auf meinem Elektro-Roller herumzukurven oder auf den alten Steinen herumzulaufen. Es gibt hier so viel zu entdecken. Ich stand morgens um vier Uhr auf, um keinen der Sonnenaufgänge zu verpassen und fand an jedem Abend einen neuen Ort, um den Sonnenuntergang zu beobachcten. Mittags, wenn die Temperaturen um die 45 Grad C lagen, kehrte ich in mein kühles Hotelzimmer zurück oder hüpfte in den Pool.

Mein Hotel lag sehr außerhalb, weit abseits des Rummels in den drei Orten. Die Ruhe tat mir sehr gut. Die Lage meines Hauptquartiers führte außerdem dazu, dass ich ein ganz aneres Bagan zuerst für mich eroberte als das andere Urlauber wahrscheinlich tun. Ich lernte Bagan von Norden aus kennen, das Pagodenfeld, das am weitesten von den drei Dörfern ringsum entfernt liegt. Für mich war Bagan bis zum dritten Tag Weite und Ruhe. Dann entdeckte ich die Pagodenfelder an und in den Dörfern und freute mich auch über diese. Aber es zog mich immer wieder in die Ruhe jenseits der Touristenströme zurück.

Da jetzt das Wasserfest Thingyan bevorsteht und der Bus- und Schiffsverkehr eingestellt wird, kann ich meine Zeit hier nicht mehr weiter verlängern. Der Abschied von Bagan fällt mir schwer.

2 Responses

  1. Nicki

    Das liest sich wirklich sehr schön. Die Bilder sind traumhaft.
    Da scheint auch Aufstehen um 04.00h nur ein bißchen schlimm. 😉

    • die abenteuerliche

      Erstaunlicher Weise war das frühe Aufstehen gar nicht schwer. Sollte ich mir merken: mit der richtigen Motivation ist alles möglich.