Gefühlsachterbahn in Luang Prabang

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Schon aus dem Flieger mochte ich Laos. Die waldbewachsenen Berge und die Reisfelder an den Hügeln, die monsunschweren Wolken darüber und die brodelnden Flüsse und Bäche, die sich durch die Täler winden. Und dann erst Luang Prabang! Im Hotel wurde mir zur Begrüßung Obst in mein schönes Zimmer mit Blick auf den Mekong gebracht und wie berauscht ging ich durch die kleinen Gassen und Straßen der Stadt mit ihren wunderschönen Holzhäusern im Nachmittagslicht. Ich war sofort verliebt!

Am Abend erklomm ich Luang Prabangs Hausberg Phousi, um den Sonnenuntergang hinter den Bergen jenseits des Mekongs zu bewundern. Dann überquerte ich noch den Nam Khan auf einer schummrig beleuchteten Bambusbrücke, schlemmte zum Abendessen laotisches Barbeque und unterhielt mich bis kurz vor Feierabend furchtbar nett mit den Kellnern des Stufenrestaurants mit Flussblick. Selig lächelnd schlenderte ich zurück zu meinem Hotel und fiel glücklich ins Bett.

Nach einem wunderbaren Frühstück stromerte ich am nächsten Tag durch die Stadt auf der Suche nach einem geeigneten Motorradverleih für meine geplante Tour. Unterwegs besichtigte ich Tempel und freute mich über den Supermarkt, in dem ich neue Chipssorten entdeckte.

Am frühen Nachmittag erschlug mich die Erschöpfung. Wie betäubt saß ich fast zwei Stunden im Café des kleinen ethnologischen Museums, unfähig eine Entscheidung zu treffen oder weiterzugehen. Die Höhe, die Luftveränderung, das neue Klima forderten ihren Tribut. Als ich endlich im Losgehen begriffen war, öffnete der Himmel seine Schleusen und hinderte mich an weiteren Erkundungstouren. Ich tat das einzig Vernünftige, was man in so einer Situation tun sollte: Ich ging in eine laotische Sauna.

Wie alle SüdostasiatInnen sind auch LaotInnen in der Öffentlichkeit eher prüde, scheu und schüchtern. Für eine Sauna gelten also besondere Regeln: Männer und Frauen tragen eine Art Wickelrock aus dünnem Stoff, den man sich als Frau natürlich um die Brust wickelt und der dann bis zu den Knien hinabfällt. Männer tragen den Wickelrock ab Hüfte abwärts. Mit so einem Tuch bekleidet kann man sich in Laos auf der Straße waschen, ohne dass jemand unangenehm berührt wäre. Auch schwimmen geht man als Frau mit so einem Tuch umwickelt. Dass das nasse Tuch dann am Körper klebt, stört niemanden.

Am Eingang zur sehr rustikalen Sauna wurde mir so ein Tuch in schickem Gelb ausgehändigt, in das gnädigerweise ein Gummizug für mich genäht worden war. Obwohl der Bereich vor den hölzernen Saunakabinen nicht markiert war, saßen Männer und Frauen getrennt an den zwei Tischen mit jeweils drei Bänken drumherum. Die Saunen waren nach Geschlechtern getrennt, aber da ich nicht lesen konnte, welche Kabine für mich bestimmt war, wartete ich, bis eine andere Frau soweit war und folgte ihr.

Durch Abschauen lernte ich auch, dass man sich das kleine Handtuch, das es zum Rock gab, zum Schutz gegen die Hitze in der Sauna auf den Kopf und über das Gesicht legt, dass der Tee in der großen Kanne kostenlos ist und dass man sich als Frau vor Betreten der Sauna ruhig mir Joghurt eincremen sollte.

Zum Abkühlen stellte ich mich zwischendurch hinaus in den Regen und nachdem ich beschlossen hatte, genug geschwitzt zu haben, ließ ich mich noch laotisch massieren. Danach war ich zu erschöpft, um noch schlechte Laune haben zu können. Morgen auf ein Neues, Laos!

2 Responses

  1. Nicki

    Du hast ja ein Leben… ;o)
    Wunderbar, dass Du es Dir gut gehen läßt!!

    • die abenteuerliche

      Ja, ich hab ein Leben 🙂 Aber du hast ja zum Glück auch eins 😉