Freie Reiseimprovisation zwischen Borneo, Bromo und Bali

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Es gibt diese Tage, an denen liege ich abends in einem Bett, von dem ich morgens nicht einmal ahnen konnte, wo es stehen würde, und staune darüber, wie es dazu gekommen ist. Neulich war mal wieder einer dieser Tage.

Ich wachte morgens auf einem Boot irgendwo im Dschungel Borneos auf und hatte für den weiteren Tag keinen wirklichen Plan. Am späten Vormittag kamen wir wieder in Kumai an und im WLAN eines Guest Houses schaute ich mir die Flüge an, die von der Insel weggehen würden. Meine grobe Idee war, mir noch den Sonnenaufgang am Bromo-Vulkan auf Java anzusehen, bevor ich nach Bali und von dort nach Australien weiterreisen wollte.

Meine beiden LieblingskatalonInnen wollten auch nach Bali und den Bromo hielten sie für einen guten Zwischenstopp, so dass wir zusammen zum Flughafen fuhren und dort tatsächlich noch drei Plätze in der nächsten Maschine nach Surabaya auf Java bekamen. Die Tickets waren günstiger als im Internet und dank meiner großen Kulleraugen musste ich noch nicht mal für mein Gepäck zahlen.

In Surabaya wurde es dann allerdings kompliziert: Von den Minibussen zum Bromo, von denen wir gehört hatten, hatte hier noch niemand etwas gehört, aber ein Taxifahrer bot an, uns für viel zu viel Geld in einen Ort in der Nähe davon zu bringen. Wir lehnten dankend ab und waren etwas frustriert. Meine Reisefreunde entschieden sich, erst am nächsten Tag nach Bali weiterzufliegen, ich wollte versuchen, noch das letzte Ticket für den Flug in einer Stunde zu bekommen.

Bekam ich natürlich nicht, denn die Info-Dame hatte vergessen zu erwähnen, dass der Flug vom anderen Terminal ging. Die Fahrt dorthin dauerte 40 Minuten. Vor Ort stellte ich dann auch fest, dass es das angepriesene Ticket nie wirklich gegeben hatte. Außerdem fand ich heraus, dass wir einfach nur am falschen Terminal gewesen waren, um an die guten Bromo-Informationen zu kommen: Am diesem Terminal war plötzlich alles ganz einfach.

Ich ließ mir ein Hotel am Zielort reservieren und stieg in einen Bus, der mich zum Busbahnhof brachte. Dort stieg ich in einen sehr vollen, sehr eng bestuhlten Bus – in dem ich leider zwei Plätze blockierte, weil meine Beine wirklich und wahrhaftig nicht anders unterzubringen waren. Dafür hätte ich bei den fahrenden Händlern meinen Reiseproviant aufstocken können, wenn mir nach weiteren Abenteuern gewesen wäre. Eine sehr authentische Erfahrung, die mich grade mal 1,50 Euro kostete.

Statt der angekündigten Stunde dauerte die Fahrt dann allerdings vier Stunden. Hätte mein GPS mir nicht versichert, dass ich noch nicht am Zielort angekommen war, hätte ich bestimmt beim zweiten Aufwachen nach 75 Minuten einen Panikanfall bekommen. Um kurz vor zehn kam ich endlich in meinem Hotel an. Unfassbarer Weise schaffte ich es dann noch, für vier Stunden später eine Sonnenaufgangstour zum Bromo und den anschließenden Weitertransport zum Ijen-Vulkan und nach Bali zu organisieren. Der optimalste Optimalfall! Schade nur, dass meine beiden Reisefreunde mich nicht mehr zum anderen Terminal begleitet hatten.